Quantitäten

<eismeister89>Ein Mathebuch ist der einziger Ort wo es normal ist 53 Melonen zu kaufen!

(gesehen bei ibash.de)

Wie wahr. Es dürfte auch einer der wenigen Orte sein, an denen ein Feldvermesser die Länge eines rechteckigen Ackers ermitteln soll, wobei ihm die Breite und die Fläche des Ackers zugänglich sind, die Länge aber anscheinend nicht. Solche Aufgaben findet man im Papyrus Rhind, und ich möchte gleich noch eine dieser Aufgaben vorstellen:

Wenn du aufgefordert wirst, 10 hekat Gerste unter 10 Männern aufzuteilen, wobei der Unterschied jedes Mannes gegenüber seinem Nachbarn 1/8 hekat Gerste ist.

(zitiert nach Wußing, Hans: 6000 Jahre Mathematik, Bd. 1. Springer, Berlin 2008)

Die Konstruktion „Wenn …“ ergibt sich aus dem Stil, mathematische Rechenwege als Rezepte zur Problemlösung zu verkaufen. Die Aufgabe geht im Papyrus direkt in die Lösung über.

Interessant ist nun die Frage, wie oft ein ägyptischer Beamter wohl vor dem Problem gestanden hat, Naturalien nach der Gesetzmäßigkeit einer arithmetischen Reihe unter die Leute zu bringen. Jedenfalls können sich die Aufgabensteller von heute auf eine Lange Tradition von Pseudokontext-Aufgaben berufen.

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