Technische Errungenschaften

Zufällig auf diesen alten Webstrip von xkcd.com gestoßen:

xkcd-Webstrip zum Fortschritt in Sachen GTR

Als in Baden-Württemberg die GTRs eingeführt wurden (TI 83+), also so um 2001, waren man noch skeptisch. Eine Schülerin nahm an der Formgestaltung Anstoß und meinte, der GTR sehe „so unfreundlich“ aus. Ich habe dann auf die formale Ähnlichkeit zum Mobiltelefon verwiesen – damals hatte man noch Nokia-Handys -, das in der Regel ebenfalls ein niedrigauflösende, monochrome Anzeige besaß. Hat den Schülern den GTR aber auch nicht sympathischer gemacht.

Ziehen wir heute nochmal den Vergleich zum Mobiltelefon: Der TI 83+ und sein Nachfolger „bieten“ eine Auflösung von 96 × 64 Bildpunkten, bei einer Größe von 52 mm × 35 mm. Ein gängiges Mobiltelefon, nehmen wir als Beispiel das iPhone 4, hat 960 × 640 Bildpunkte und eine Liniendichte von rund 13 Bildpunkten pro Millimeter (TI 83+: rund 2).

Wundert mich eigentlich, dass die Schüler sich über diesen mangelhaften Fortschritt nicht erzürnen. Manchmal würde ich das Ding nämlich gerne wegen seiner zu geringen Auflösung gegen die Wand werfen, etwa dann, wenn ich Schnittpunkte zwischen mehreren Graphen mit INTERSECT bestimmen möchte und im Pixelbrei nicht erkennen kann, über welchem Graphen das Fadenkreuz gerade schwebt.

Aber ich weiß schon, Rückwärtskompatibilität nennt man das wohl. Wäre wohl auch zu viel verlangt, alle 15 Jahre ein neues Kapitelheft „Taschenrechnerbedienung“ als Ergänzung zu den Schulbüchern rauszugeben.

Nachtrag: Der GameBoy kostete bei seiner Markteinfühung 1989 ungefähr 150 DM, hatte eine höhere Auflösung und konnte vier Graustufen darstellen. 22 Jahre später verkauft Texas Instruments den TI 84+ für 125 Euro, mit der gleichen Anzeige wie schon 1996. Dem steht bei Mobiltelefonen, auch bei günstigen Modellen, eine größere, viel höher auflösende Anzeige mit Millionen darstellbarer Farben und gegebenenfalls sogar Berührempfindlichkeit gegenüber.

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Eine Antwort zu Technische Errungenschaften

  1. Horst Horstsen schreibt:

    Hallo.

    Den TI mit einem „gängigen“ >600€ Smartphone zu vergleichen hinkt.

    Trotzdem: Hinterm Ofen lockt man die Schüler damit nicht hervor.

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