Early Adopter und der Tipping Point

Ich habe gerade etwas gelesen, das meinen letzten Eintrag gut ergänzt:

Eine Minderheit von Menschen (…) übertrumpft sich mit Vorschlägen für die neue Zeit. (…) Dann gibt es viele Technologen oder kleine Firmen, die schon Lernsoftware entwickelt haben (…). Wenn ich zum Beispiel ein großes Internetportal für Bildungsinhalte fordere, (…) dann schallt mir von überall her ein lautes „Das gibt es schon!“ entgegen. (…) Auf Tagungen sind die Early Adopter zumeist lange unter sich (…). Wenn sich überhaupt etwas bewegen soll, muss die aufgeschlossene pragmatische Menge „mitmachen“.

(aus: Gunter Dueck, „Professionelle Intelligenz“. Eichborn, 1. Aufl. 2011, S. 235 ff.)

Soll heißen: Nachdem ein kleiner Kreis einschlägig Interessierter das Feld bereitet (also die Grundsatzdiskussionen geführt) hat, muss die Neuerung der Zielgruppe verkauft werden mit dem Argument: Schau her, hier kannst du durch Einsetzen dieser Technologie mit minimalem Einsatz (= Einarbeitung, Materialerstellung, technische Hürden nehmen, …) maximalen Mehrwert erhalten!

Das gilt für so manche Technologien, Software, Internetportale. Auch für GeoGebra. Das ist mittlerweile schon 10 Jahre alt. Natürlich nicht von Anfang an so nutzbar wie heute, mit allen wichtigen Funktionen, Anleitungen und Videotutorials, einem Communityforum und einer Materialsammlung. Als Werkzeug für den Unterricht wird GeoGebra den Lehrern ausreichend schmackhaft gemacht.

Trotzdem muss ich Klimmzüge machen, wenn ich es im Unterricht einsetzen will. Ich bräuchte nämlich

  • in jedem Klassenzimmer einen festinstallierten Beamer. Ist bei uns derzeit nicht der Fall, und die fahrbaren Geräte sind nicht benutzerfreundlich (müssen reserviert, geholt, angeschlossen, ausgerichtet, zurückgebracht werden etc.).
  • in jedem Klassenzimmer WLAN. Ist bei uns derzeit nicht der Fall.
  • einen auf das verwendete Schulbuch abgestimmten Satz von GeoGebra-Arbeitsblättern. Lizenzfrei, damit ich die Arbeitsblätter bei Bedarf anpassen und in digitaler Form an die Schüler verbreiten kann.

Das letzte gibt es in Ansätzen, z. B. von Klett. Da liest sich dann der erste Punkt von vielen aus der Arbeitsanweisung zur Untersuchung von Parabeln so:

* Öffne Geogebra, suche das 6. Befehlssymbol von links, das normalerweise einen Winkel darstellt, klicke dort auf das kleine Dreieck rechts unten und auf Schieberegler.

Sexy.

Bleibt also festzustellen: Für unsere Klett-Reihe dürfte ich mir zu den einführenden Beispielen und ausgewählten Aufgaben passende GeoGebra-Arbeitsblätter erstellen und in meinem Unterricht einsetzen. Für das Kursstufenbuch beispielsweise müsste ich dafür viele, viiiele Arbeitsstunden aufwenden, auf jeden Fall ist das eher eine Jahres- denn eine Sommerferienarbeit. Für alle Klassenstufen ist das für mich in absehbarer Zeit nicht zu schaffen, und über das Internet darf ich wegen des Verlagsurheberrechts an den Beispielen und Aufgaben die GeoGebra-Arbeitsblätter nicht (ver-)teilen. Erfinde ich eigene Beispiele und Aufgaben, ist der direkte Bezug zum Schulbuch dahin. Irgendwie komme ich an dieser Stelle nicht weiter. Vorläufig kämpfe ich erst mal um mehr Beamer🙂

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